Vitruvianischer Mensch

Vitruvianischer Mensch


Details

Jahr
1490
Technik
Feder und Tinte, aquarelliert, über Metallstift auf Papier
Gattung
Zeichnung
Maße
34,6 × 25,5 cm

Die Geschichte

Seit 2009 verkauft Ravensburger ein Puzzle mit genau diesem Blatt. Das italienische Kulturministerium und die Gallerie dell'Accademia in Venedig, denen die Zeichnung gehört, verlangten dafür Lizenzgebühren. Nach italienischem Recht kann der Staat für die gewerbliche Wiedergabe seiner Kulturgüter Geld fordern, auch wenn ein Werk seit Jahrhunderten gemeinfrei ist. Ein Gericht in Venedig untersagte Ravensburger 2022 die Nutzung. Der Spielehersteller zog daraufhin in Stuttgart vor Gericht, und 2025 bestätigte das Oberlandesgericht, dass italienisches Recht nur in Italien gilt.

Das Blatt selbst ist eine Arbeitsskizze. Leonardo zeichnete es um 1490 in Mailand, als er einen Satz des römischen Architekten Vitruv überprüfte, nämlich dass ein wohlgebauter Mensch mit ausgestreckten Gliedern sowohl in einen Kreis als auch in ein Quadrat passt. Leonardo legt deshalb zwei Haltungen über einen einzigen Körper. Mit waagrechten Armen und geschlossenen Füßen füllt der Mann das Quadrat, mit gehobenen Armen und gespreizten Beinen berührt er den Kreis, dessen Mittelpunkt im Nabel liegt. Darüber und darunter stehen Zeilen in Spiegelschrift, unter dem Quadrat ein kleiner Maßstab mit Teilstrichen.

Das Original bekommen nur wenige zu sehen. Licht schadet dem Papier, deshalb liegt es in Venedig im Dunkeln und wird nur für kurze Zeit gezeigt.

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