![Kranz aus Lorbeer, Palme und Wacholder mit einer Schriftrolle mit der Inschrift Virtutem Forma Decorat [Rückseite]](https://artgabmlhtb6ca6sy.blob.core.windows.net/artwork-images/a044731d-b9c2-4001-8475-8e7f08d54ee3/1024w.webp)
Leonardo da Vinci, Wreath of Laurel, Palm, and Juniper with a Scroll inscribed Virtutem Forma Decorat [reverse], 1474. Wikimedia Commons. · PD
Kranz aus Lorbeer, Palme und Wacholder mit einer Schriftrolle mit der Inschrift Virtutem Forma Decorat [Rückseite]
Details
Die Geschichte
Wer im Florenz der 1470er Jahre ein Bildnis malen ließ, bekam manchmal auch eine bemalte Rückseite dazu, ein Sinnbild statt eines Gesichts. Hier ist es ein dunkelroter Grund, der Porphyr nachahmt, den kostbaren roten Stein, und darauf ein Kranz aus Lorbeer und Palme um einen Wacholderzweig. Wacholder heißt auf Italienisch ginepro, ein Wortspiel mit dem Namen der Frau auf der Vorderseite, Ginevra de' Benci. Lorbeer und Palme gehörten zum persönlichen Emblem von Bernardo Bembo, dem venezianischen Gesandten in Florenz, der die junge verheiratete Bankierstochter platonisch verehrte. Dichter aus dem Kreis der Medici haben diese Verehrung in Versen besungen. Durch den Kranz windet sich ein Band mit dem lateinischen Wahlspruch Virtutem forma decorat, Schönheit schmückt die Tugend. Infrarotaufnahmen haben darunter einen anderen Spruch sichtbar gemacht, Virtus et honor, Bembos eigene Devise. Die National Gallery in Washington hält ihn deshalb für den wahrscheinlichen Auftraggeber, auch wenn manche Forscher bezweifeln, dass Bembo diese Devise schon so früh führte. Gemalt ist die Rückseite in Tempera, das Bildnis vorn dagegen in Öl. Unten laufen die Stängel von Lorbeer und Palme aus dem Bild, ohne sich zu treffen. Die Tafel wurde irgendwann unten beschnitten, und mit dem Fuß des Kranzes ging auch der untere Teil des Bildnisses verloren.





