
San-Cassiano-Altar
Details
Die Geschichte
Im August 1475 bestellte der venezianische Patrizier Pietro Bon bei Antonello da Messina, dem sizilianischen Maler, der damals in Venedig arbeitete, eine Altartafel für die Pfarrkirche San Cassiano. Am 16. März 1476 schrieb Bon an den Herzog von Mailand, Galeazzo Maria Sforza, der Antonello an seinen eigenen Hof holen wollte, das Bild werde in 20 Tagen fertig sein und zu den vortrefflichsten Gemälden in Italien und darüber hinaus zählen.
Wann und warum der Altar abgebaut und zersägt wurde, weiß niemand. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts gehörten Teile davon Erzherzog Leopold Wilhelm, dem habsburgischen Statthalter der Spanischen Niederlande, und im Theatrum Pictorium, dem bebilderten Katalog seiner italienischen Gemälde, den sein Hofmaler David Teniers 1660 herausgab, erscheinen sie als einzelne Bilder. Mehr als zwei Jahrhunderte lang galten sie danach nicht als ein Werk. Erst 1929 erkannte der ungarische Kunsthistoriker Johannes Wilde, dass drei Tafeln der Wiener Galerie zusammengehören.
Was hier hängt, ist seine Rekonstruktion. In der Mitte thront Maria mit dem Kind hoch oben, und zu beiden Seiten zeigt je ein beschnittenes Stück zwei Heilige in Halbfigur, zusammen also vier. Der übrige Altar mit weiteren, ganzfigurigen Heiligen ist verloren.






