Sandro Botticelli

Sandro Botticelli

1445–1510 · Republik Florenz · Frührenaissance


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Die Geschichte

Für einige Jahrzehnte im späten 15. Jahrhundert wurde Florenz de facto von den Medici regiert, einer Bankiersfamilie, die ihre Macht gern in Poesie und Philosophie kleidete. Sandro Botticelli war ihr Maler dafür. Geboren wurde er um 1445 in Florenz, ausgebildet in den Werkstätten der Stadt, und mit vierzig Jahren malte er bereits jene Bilder, auf die wir noch heute zurückgreifen, wenn wir uns die selbstbewussteste Renaissance vorstellen — Venus, die auf einer Muschel ankommt, der Frühling, der durch einen Orangenhain schreitet, beide für Medici-Cousins gemalt und in deren Villen aufgehängt.

Diese Bilder waren schon damals ungewöhnlich. Große mythologische Szenen fast nackter heidnischer Götter, gemalt für ein Privathaus statt für eine Kirche, stützten sich auf das griechische Wissen, das der Medici-Kreis gerade wiederbelebte. Der Philosoph Marsilio Ficino, im Umkreis der Medici tätig, vertrat die Ansicht, heidnische Schönheit und christlicher Glaube ließen sich versöhnen, und Botticellis Venus kommt dieser Idee in Farbe so nahe wie kaum ein anderes Werk.

Dann brach alles zusammen. Lorenzo de' Medici starb 1492, die Familie wurde zwei Jahre später vertrieben, und ein Dominikanermönch namens Savonarola bemächtigte sich der Stadt mit Predigten über Sünde und das nahende Ende der Welt. 1497 errichteten seine Anhänger auf dem Hauptplatz den "Scheiterhaufen der Eitelkeiten" und verbrannten Spiegel, feine Kleidung, Bücher und als unmoralisch beurteilte Gemälde. Botticellis Mythologien überstanden dies wohl vor allem, weil sie sicher in privaten Medici-Räumen hingen. Der Maler selbst scheint von den Predigten erschüttert worden zu sein, sein Spätwerk wird religiös und streng, die frühere Leichtigkeit verschwindet. Er starb 1510, aus der Mode gekommen, und blieb bis ins 19. Jahrhundert weitgehend vergessen, als man seine Venus wieder ins Blickfeld rückte.

Das ganze Museum in der Tasche. MuseScope ist fast da.

Werke

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